Erfolgsgeschichte Bad Füssing

Der Aufstieg von Bad Füssing zum Weltbad liegt noch gar nicht allzu lange zurück, bedenkt man, dass es erst am 10.12.1969 von der Bayerischen Staatsregierung zum Kurort ernannt und den Titel „Bad" verliehen bekam.

Eine erste Besiedlung des Gebietes, wie an allen Flüssen und Gewässern, fand schon sehr früh statt. Fundstücke von Grabungen weisen auf eine erste Besiedlung in der Jungsteinzeit hin, jedoch war damals das Hauptaugenmerk der Menschheit natürlich noch nicht auf Wellness und Kur ausgerichtet. Unterschiedlichste Kulturen fanden hier ihr zu Hause, seien es die Kelten oder die Römer, die in der Pockinger Heide heimisch wurden. Die Hügelgräber im Kurwald von Bad Füssing sind Zeitzeugen und stille Botschafter der Geschichte. Lange Zeit herrschten die Agilofinger, eine fränkische Adelsfamilie, mit Hauptresidenz in Regensburg.Die Agilofinger waren besonders ehrgeizig in ihrer Siedlungspolitik und waren bemüht die Christianisierung des Landes voranzutreiben. Des Weiteren gründeten sie kirchenrechtlich die Bistümer Regensburg, Passau, Freising und Salzburg. Auch die Niederschrift des Lex Baiuvariorum wird ihnen zugeschrieben - immerhin die älteste Sammlung von Gesetzen des frühen bairischen Stammesherzogtums und somit auch das älteste und wichtigste Denkmal der Bajuwaren. Nach der Herrschaft der Agilolfinger fiel die Herrschaft der Gegenden rund um Bad Füssing zum Hochstift Passau. Der Bayernherzog Hugibert schenkte um 735 das Gut Saferstetten dem Fürsterzbistum Salzburg.1010 wurde der Ortsteil Aigen am Inn erstmals in historischen Urkunden erwähnt - die über 1000 Jährige Geschichte wird in Aigen am Inn in vielen Ausstellungen aufbereitet und gefeiert. Besonders bekannt ist Aigen vor allem für den Leonhardiritt, der alljährlich am ersten Sonntag im November stattfindet. Seit dem Mittelalter ist die Verehrung des heiligen Leonhard ein fester Bestandteil des Glaubens der Aigener Bürger. Viele Historien- und Religionsforscher sehen die Ortschaft als Keim für die in Niederbayern weit verbreitete Verehrung des Heiligen Mannes.Egglfing am Inn ist ein weiterer Ortsteil der Gemeinde Bad Füssing und ist bereits seit dem 8. Jahrhundert als domstiftlicher Besitz belegt. Kuriosweiser entwickelte sich die Ortschaft aus einem einzigen Hof, dessen ersten Besitzer den Namen Ekiolf trug. Fast 1000 Jahre lang blieb der Ort im Besitz des Hochstifts Passau, gehörte dann ab dem 13. Jahrhundert zur Hofmark Aigen am Inn und war somit Grundlage für die Herrschaft Riedenburg.

 

Erst der Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 brachte die schon lang ersehnte Eingliederung Egglfings zurück nach Bayern.1937 war Bad Füssing nahezu unbedeutend mit gerade 38 Einwohnern. 1938 fanden Bohrungen nach Erdöl statt, jedoch stieß man dabei „nur" auf heißes Wasser. Nach dem Krieg wurde diese Quelle wiederentdeckt und von den Amerikanern als Pearl-Bath (nach David Pearl) genutzt. Die damals verlegten Betonrohre bildeten die Grundlage für die erste Badeanstalt - eines dieser Rohre befindet sich noch heute in der Therme 1. Landwirt Franz Ortner nutzte damals das angenehm warme Wasser erst für seine Traktoren und andere Reinigungszwecke, erkannte aber bald die anderen Nutzen der Quelle. Nach eingehenden Untersuchungen wurde dann im Jahre 1950 die Quelle staatlich als Heilquelle anerkannt. Die „Schwefel- und fluoridhaltige Natrium- Hydrogencarbonat-Chlorid-Therme" sollte vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparates lindern. 1955 ließ sich der erste Badearzt nieder und die Quellrechte wurden auf die Thermalbad Füssing GmbH übertragen. 1963/64 folgte eine weitere Bohrung des Freistaates Bayern und in 679 m wurde man schlussendlich fündig: die Europatherme. 1964 erbohrte man auf Initiative des Arztehepaares Doktor Zwick die dritte Quelle, welche auf den Namen Johannesquelle getauft wurde. Am 10. Dezember 1969 erfolgte dann die Verleihung des Titels „Bad".Mit der Gemeindegebietsreform wurde am 1. April 1971 aus den Gemeinden Safferstetten, Egglfing am Inn und Würding die Gemeinde Bad Füssing neu gebildet. Aigen kam am 1. Januar 1972 hinzu.