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Fasching 2019

 

Die ersten Bilder des Faschingsauftakts vom 11.11.2019 in Bad Füssing

(Bilder: Kur- und Gewerbeverein Bad Füssing e.V.)
 

Neuhaus am Inn - Wie aus der Burg ein Schloss wurde

 

Teil 2

Noch um 1200 war das Herzogtum Bayern ein städtearmes Gebiet, weshalb die Gründung von städtischen Siedlungen wichtig war für die Modernisierung von Wirtschaft, Verfassung und Gesellschaft. Eine städtische Ansiedlung war als Verwaltungsmittelpunkt, als Handelszentrum und Markt für Waren des täglichen Bedarfs (Wochenmarkt) und für Luxusgüter (Jahrmarkt) und als militärischer Stützpunkt wertvoll. Schärding, das von dem hochadeligen Geschlecht der Vornbacher gegründet und im Jahr 1248 in den Besitz der bayerischen Herzöge gekommen war, wurde zu einer befestigten Stadt ausgebaut, denn die Region am Inn hatte große strategische Bedeutung für Bayern. Seit der landrechtlichen Trennung Österreichs von Bayern im Jahr 1156 wurde der Inn zu einer wichtigen Grenz- und Verteidigungslinie für Bayern gegen Österreich. Zudem hatte der Inn als europäische Wasserstraße eine eminente wirtschaftliche Bedeutung.

Gründung der Burg Neuhaus im Jahr 1320
Die Burg Neuhaus, mit deren Bau auf einer Felseninsel die bayerischen Herzöge im Jahr 1320 begonnen hatten, sollte als festes, aus Stein gebautes Vorwerk der Stadt Schärding die Brücke über den Inn sichern und den Warenverkehr auf dem Inn kontrollieren. Nicht umsonst liegt die Burg Neuhaus, umspült vom Inn, genau gegenüber dem Schärdinger Wassertor, wo die Waren angelandet wurden. Schärding besaß das Stapelrecht, weshalb die Waren für eine bestimmte Zeit in der Stadt handelsbereit gelagert werden mussten.

Neuhaus im Jahr 1590
Die bayerischen Herzöge überließen Neuhaus nur Pflegern, die ihr besonderes Vertrauen genossen. So ist die Geschichte von Neuhaus von zahlreichen Besitzerwechseln gekennzeichnet. Neuhaus und Schärding sind auf dem von Hans Donauer (1521-1596) um das Jahr 1590 gemalten Bild abgebildet, das im Antiquarium der Münchener Residenz zu finden ist. Die Burg Neuhaus, die Wehr-, Wohn- und Repräsentationsfunktionen in sich vereint, weist gotische Formen aber auch Merkmale eines Renaissance-Schlosses auf. Wenn ein Schiff innabwärts die Schärdinger Brücke passierte, konnten die Schiffsleute die zwei oktogonen Rondellerker sehen, die aus den Eckmauern herauswachsen und von steilen Turmspitzen bekrönt sind. Sie erstrecken sich über zwei Stockwerke. Das Gebäude trägt ein Satteldach. Die beiden Giebel sind Stufengiebel, wobei die Stufen als Türmchen ausgebildet sind. Stufengiebel wurden wegen ihres repräsentativen Charakters verwendet. Am Giebel wurde schon die Bedeutung des Schlossbesitzers deutlich. So wendet sich die eine Giebelseite zum Inn in Richtung Schärding hin und die andere landeinwärts. Überragt wird die Burg Neuhaus von einem hohen Turm. Die Brücke zur Burg führt durch ein Tor in einen Innenhof. Der Schärdinger Geistliche und Heimatforscher Johann Evangelist Lamprecht (1816-1895) hat im 19. Jahrhundert eine kolorierte Zeichnung der Burg Neuhaus angefertigt.

Neuhaus wird eine barocke Vierflügelanlage
Am Fronleichnamstag des Jahres 1724 gerieten durch das Abschießen einer Salve 32 Häuser am Stadtplatz und die Burg in Schärding in Brand. Ein scharfer Ostwind trieb die Flammen zum Inn, so dass auch die Burg in Neuhaus ausbrannte. Während die Burg in Schärding nicht wiederaufgebaut wurde, entstand auf den Ruinen von Neuhaus ein Barockschloss. Graf Ferdi-nand Franz Xaver von der Wahl zu Aurolzmünster (1723-1791), seit 1737 Besitzer der Burg und der Hofmark Neuhaus, baute Neuhaus von 1750 bis 1752 in einen spätbarocken Herrschaftsbau um. Er bekleidete das Amt des kurfürstlichen Hofkammerpräsidenten in München. Als Geheimer Rat vertrat er Kurbayern am Reichstag und am Kaiserhof zu Wien. Baumeister des Umbaus von Neuhaus war der berühmte Kirchenbaumeister Johann Michael Fischer (1692 -1766), der zu den Hauptmeistern des deutschen Spätbarocks zählt. Neben adeligen Palästen hat Fischer die Klosterkirchen in Diessen am Ammersee, Ingolstadt, Fürstenzell, Zwiefalten, Ottobeuren, Rott am Inn und Altomünster und Kirchen in Kirchen St. Anna im Lehel und Berg am Laim in München gebaut. Fischer, in dessen Person sich hervorragende technisch-konstruktive Fähigkeiten mit brillanter Kreativität paarten, wurde immer wieder als Retter herangezogen, wenn Kirchenbauten wegen statischer Probleme umgeplant werden mussten, so bei den Kirchenbauprojekten in Schärding (1722), Niederaltaich (1723), Zwiefalten (1741) und in Fürstenzell (1740). Fischer, der seine Klosterkirchen mit Doppelturmanlagen ausstattete, arbeitete auch in Neuhaus nach dem gleichen Prinzip der Verdoppelung. Um Neuhaus in eine Vierflügelanlage umzuwandeln, stellte Fischer neben dem vorhandenen südlichen herrschaftlichen Wohnbau ein zweites Gebäude. Die beiden gegenüberliegenden Gebäude bilden mit den beiden niederen Verbindungstrakten einen länglichen Innenhof. Das dreistöckige Schloss war auf Fernwirkung berechnet, denn die Schaufassaden sollten den repräsentativen Anspruch des Schlossbesitzers zur Schau stellen. Die Schweifgiebel an der Fluss- und Uferseite, die den Satteldächern vorgesetzt sind, bilden den bekrönenden Aufsatz. Sie prägen die Silhouette und machen sie zur Schaufront. Das hochwasserfrei aufgesockelte Erdgeschoss ist rustiziert. Die Ost- und Westseite sind mit 15, die südliche und nördliche Seite mit 6 Fensterachsen ausgestattet. Am Hauptgeschoss sitzen die Rechteckfenster in Rundbogenblenden mit Verdachungen. Im dritten Geschoss sind die Fenster glatt umrandet, mit Keilsteinen. Wenn die Schiffe bei der Naufahrt die Schärdinger Brücke passiert hatten, sahen die Schiffsbesatzungen eine ganz besondere Schau-front an der schmalen Südseite. Dort springt ein zweiachsiger Mittelrisalit aus der Fluchtlinie des Gebäudes hervor; ein geschweifter Zwerchgiebel krönt ihn. Im Giebelfeld präsentiert sich das attraktive Ehewappen der Wahl-Taufkirchen mit der Jahreszahl 1752.

Das 20. Bad Füssinger Kulturfestival 2019

 
20.09. Konzert des Kurorchesters Bad FÜssing, Eröffnungsgala
24.09. Rebecca, Hitchcockfilm
26.09. Jan Luley, "Best of Swing, Boogie und New Orleans-Piano, Konzert
27.09. Rolando Villazón, "Schätze des Belcanto", Liederabend
01.10. Vertigo, Hitchcockfilm
02.10. Münchner Symphoniker, Symphoniekonzert
03.10. Komm Zigan!, Budapester Zigeunerorchester
04.10. Libertango, Lateinamerikanische Musik
05.10. Christine Eixenberger, Fingerspitzenlösung, Kabarett
09.10. Das Fenster zum Hof, Hitchcockfilm
11.10. Auf A Wort, Best of Austropop, Konzert
12.10. Yvonne Zehner, Zwischen Himmel und Erde, Konzert
15.10. Michel aus Lönneberga, Kindertheater
17.10. Hommages, Klavierduo Tsuyki & Rosenboom, Klavierkonzert
18.10. The Original Salzburg Swing Orchestra, Konzert
19.10. An der schönen blauen Donau, Operettengala
30.10. Die Big Band der Bundeswehr, 40 Jahre Swing, Rock, Pop in Uniform, Konzert
20.09. - 18.10. Slavador Dali: Bilder zur Bibel, Begleitausstellung

Neuhaus am Inn - eine Burg zum Schutz der Brücke nach Schärding

 

Teil 1

Gründung der Burg Neuhaus zum Schutze der Stadt Schärding
Die Geschichte von Neuhaus am Inn beginnt im Jahr 1320 mit der Gründung einer Burg. In diesem Jahr ließ Herzog Heinrich XV. von Bayern (1312-1333) die Burg Neuhaus auf einer durch einen breiten Graben vom Ufer getrennten Felseninsel, die von den Fluten des Inn umspült wird, als festes Vorwerk zur Stadt Schärding errichten. Diese Befestigungsanlage sollte die Brücke über den Inn nach Schärding sichern, deren wirtschaftlicher Reichtum auf der Innschifffahrt, dem Salzhandel und der Tuch- und Leinenerzeugung basierte. Wegen der Bedeutung als Übergang über den Inn hatte Schärding bereits im Jahr 1310 eine auf elf steinernen Pfeilern ruhende Innbrücke erhalten, deren gemauerte Fundamente heute noch die sog. Alte Brücke tragen. Seit der landrechtlichen Trennung Österreichs von Bayern im Jahr 1156 wurde nämlich der Inn bzw. das Vorland bis zum Hausruckkamm zu einer wichtigen Grenz- und Verteidigungslinie für Bayern. Zudem war die Grafschaft Neuburg mit den Burgen Neuburg und Wernstein, die beiderseits des Inn nur wenige Kilometer stromabwärts wie ein Riegel vor der Bischofsstadt Passau lag, seit dem Jahre 1310 endgültig an Österreich gefallen. Aus diesen Gründen begannen die bayerischen Herzöge in den Jahren 1429-1437 die Stadt Schärding, die im Jahr 1248 in ihren Besitz gelangt war, zu einer Festungsstadt auszubauen. Keimzelle war die bereits aus dem 11. Jahrhundert stammende Burg, die auf dem neben dem Innufer aufragenden Granitfelsen erbaut worden war. Im Schutze dieser Burg entstand in mehreren Erweiterungsschritten eine Stadtanlage. Eine Zeichnung von Johann Lamprecht (1816-1895) gibt einen Eindruck von dieser gewaltigen Festungsstadt. Ein wichtiger Teil dieser Befestigungsanlage war die Burg Neuhaus auf der gegenüberliegenden Innseite.

Burg und Hofmark Neuhaus
Grundwort des Burgnamens Neuhaus ist das mittelhochdeutsche Wort hûs (Haus, festes Haus, Schloss). In mittelalterlichen Urkunden (Bayerisches Hauptstaatsarchiv Urk. Fürstenzell Nr. 195, Passau St. Nikola Nr. 142, Tattenbach Nr. 206) finden sich Belege für den Namen Neuhaus:1324…von dem nevn Haus, 1326…datz dem Nevnhaus bei Scherding und 1534..zum Neuhaus. Wegen der großen strategischen Bedeutung überließen die bayerischen Herzöge die Burg Neuhaus nur Pflegern, die ihr besonderes Vertrauen genossen. Neuhaus war eine geschlossene Hofmark, so dass auch die in der Hofmark ansässigen Untertanen fremder Gerichtsherren dem Hofmarksherrn unterstanden. Er konnte unabhängig vom Landesherrn Recht sprechen und Hand- und Spanndienste einfordern. So wurde die Burg als Grundherrschaft mit dem Recht der niederen Gerichtsbarkeit an verschiedene Adelige verliehen. Die Rechtsgrundlage dafür war die Ottonische Handfeste von 1311, in der die niederbayerischen Stände (Adel und Geistlichkeit) dem Herzog Otto III. (1261-1312) eine einmalige Steuer bewilligten, dafür aber gegen käuflichen Erwerb die niedere Gerechtigkeit für ihre Besitzungen erhielten. Der Herrensitz des Grundherrn in einer Hofmark wird im bairischen Sprachraum als Hofmarkschloss bezeichnet.

Die älteste Abbildung der Burg Neuhaus
Wie die Burg Neuhaus, die Innbrücke und die befestigte Stadt Schärding um das Jahr 1600 aussahen, darüber kann man sich im Antiquarium der Münchener Residenz ein Bild machen, das von Herzog Wilhelm V. in den Jahren 1586-1600 zu einem Festsaal umgestaltet worden war. Maler wurden ausgeschickt, um vor Ort die wichtigsten Städte, Märkte und Burgen zu porträtieren. Nach diesen Vorlagen malte der Münchener Maler Hans Donauer der Ältere (um 1521-1596) die Ansichten von 102 Orten in den Stichkappen und in der Leibung der Fenster. Dass auch Schärding mit der Burg Neuhaus abgebildet ist, zeigt die Bedeutung dieser Stadt, die im Jahr 1316 von den bayrischen Herzögen als Bannstadt mit eigener Gerichtsbarkeit ausgestattet worden war. 1866 erteilte der Historische Verein von Oberbayern dem Maler Carl August Lebschée (1800-1877) den Auftrag, diese topgrafischen Ansichten zu kopieren. Der Kupferstecher Michael Wening (1645-1718) fertigte in den Jahren 1701-1726 für sein vierbändiges Werk ("Historico-topographica descriptio Bavariae") der Beschreibung des bayerischen Kurfürstentums 846 topografische Stiche von Städten, Märkten, Klöstern, Schlössern, Burgen und Herrenhäusern an, darunter auch das Wasserschloss Neuhaus. An diesem Stich ist das mit Blickrichtung zur Innbrücke gelegene Herrenhaus mit zwei markanten aus den Eckmauern herauswachsenden Rondellerkern zu erkennen, in welchem man zu freierem Umblick sitzen konnte. Sie erstrecken sich über zwei Stockwerke und sind von steilen Turmspitzen bekrönt. Dem Herrenhaus schließt sich ein Innenhof an. Überragt wird das Gebäudeensemble von einem hohen Turm. Die Brücke zum Schloss ruht auf drei Pfeilern und führt durch ein Tor ebenfalls in einen Innenhof. Zudem sind auf der Brückenseite noch drei Abtritterker zu sehen. Als am Fronleichnamstag des Jahres 1724 ein Brand am Schärdinger Stadtplatz ausbrach, trieb ein scharfer Ostwind die Flammen zum Inn, so dass sowohl die Burg in Schärding als auch die Burg in Neuhaus ausbrannten. Die Burg in Schärding wurde nicht mehr aufgebaut und ist heute Schlosspark. Die Neuhauser Wehranlage wurde von Graf Ferdinand von der Wahl zu Aurolzmünster, seit 1737 Besitzer der Burg und der Hofmark, von 1750 bis 1752 durch Johann Michael Fischer (1692-1766) in einen spätbarocken Herrschaftsbau umgewandelt und dient heute als Realschule.

Führungen am Tag des Offenen Denkmals am 8. September 2019 von 13 bis 17 Uhr
 

Die schönsten Bilder der BR-Radltour 2019

 

Dahoam is Dahoam

 

Glasperlenspiel